Über die Freundschaft

 

Ich verstehe vollkommen, dass Du nicht mehr bereit bist, Dich den Erwartungshaltungen anderer zu beugen. Ich bin ganz bei Dir, wenn Du sagst, dass Du Dich nicht mehr von Pflicht- oder Schuldgefühlen leiten lassen willst und Dinge tust, auf die Du im Grunde keine Lust hast oder auf etwas verzichtest, was Dir wichtig ist. Und ja, ich glaube auch, dass dies ein wichtiger Schritt Richtung Heilung ist.

Was mich jedoch stutzen ließ und immer noch beschäftigt: warum fallen die Begriffe Pflicht- und Schuldgefühl, nachdem ich Dein Schweigen bemängelt habe?

 

Mir ist in der Zeit des Nachdenkens etwas sehr klar geworden: Freundschaft ist für mich eine Wahl, die ich ständig wiederhole. Ich wähle Dich als meine Freundin, weil ich mich für Dich interessiere, weil ich Dich mag und Du mir wichtig bist. Ich mache dies nicht, weil ich es muss, sondern weil ich es will. Mit Familienmitgliedern mag das anders sein, aber in Freundschaften unterliege ich keinem Zwang. Wenn ich es dennoch so empfinde, was läuft dann schief?

 

Und genau das ist derzeit auch mein Dilemma. Durch die Schwingungsgeschichten entwickelt sich etwas in mir, das ich weder rückgängig machen noch ignorieren kann. Und ich will es auch nicht, weil ich merke, wie gut es mir damit geht. Es ist ein tiefes Gefühl von Wertschätzung für mich selbst. Und mit diesem Gefühl von Wertschätzung kommen auch die Erwartungshaltungen an die Oberfläche, die ich viel zu lange ignoriert habe.

Ja, ich habe Erwartungen an meine Freunde, wenn sie mich als Freundin gewählt haben.

Ich erwarte, dass meine Freunde sich für mich und mein Leben interessieren.

Ich erwarte, dass sich meine Freunde bei mir kurz melden, wenn wir uns zum Telefonieren verabreden und sie es zeitlich nicht schaffen. Denn wenn ich zusage, da zu sein, dann bin ich es auch und halte mich in der Nähe des Telefons auf, damit meine Freunde nicht vergeblich anrufen.

Ich erwarte von meinen Freunden, dass sie reagieren, wenn ich ihnen per Mail oder per Post etwas zuschicke, über das wir vorher gesprochen haben.

Und wenn sie dies nicht wollen, erwarte ich von ihnen, dass sie mir das vorher sagen.

Ja, ich erwarte eine Antwort per Mail, nicht umgehend, aber in einem angemessenen Zeitrahmen. Gerade weil ich Menschen nicht ungefragt mit meinen Ergüssen zuspamme.

Ja, ich erwarte zeitnahe Antworten auf Fragen per SMS.

 

Und all das erwarte ich genau so von mir als Freundin. Wenn ich die Wahl treffe, Dich als Freundin haben zu wollen, heißt das für mich: Ich interessiere mich für Dich, weil ich Dich mag, nicht weil ich es muss. Ich schicke Dir eine SMS, wenn ich krank bin und nicht anrufen kann, damit Du Dir Deinen Tag anders einteilen kannst und nicht auf meinen Anruf wartest. Ich melde mich, wenn Du mir ein Päckchen schickst oder eine Mail und reagiere zeitnah. Dies alles tue ich, weil ich Dich gewählt habe und niemals, weil ich es muss. Dies sind Zeichen meiner Wertschätzung für Dich als Freundin, die Dir sagen sollen: Du bist mir wichtig und ich habe Dich gern!

Nun haben wir zwei sehr unterschiedliche Haltungen, die sich gegenüber stehen. Ich verstehe Dich mit Deinem Anliegen und ich bin ganz bei mir mit meinem Anliegen.

 

Ich möchte keine Verpflichtung sein, der man zähneknirschend nachkommt!

Ich möchte das Ergebnis der Wahl sein, die freiwillig getroffen wird – immer wieder. Aber aus dieser freiwilligen Wahl ergeben sich auch Erwartungshaltungen an diese Beziehung.

 

Wenn wir heute bewusst wählen, würden wir uns als Freundinnen noch einmal wählen? Oder ist die gemeinsame Schnittmenge im Lauf der Jahre zu klein geworden und das, was bleibt, nur noch Pflicht?

 

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9 Kommentare zu “Über die Freundschaft

  1. Na, wie passend ist das denn???
    Meine Geschichte gerade, sehr aktuell, sehr irretierend und leider sehr schmerzhaft 😕
    Zwei Geschichten eigentlich, eine mit Familie und eine mit Seelen-Freundin. Beide hintereinander. Ich habe keine Pflicht- noch Schuldgefühl, egal ob der Familie oder der Freundin gegenüber und doch reagiert mein Körper anders :roll

    Liebe Marya,
    meinst das ist ein Auslöser der Herzöffnungsgeschichte sein könnte? Das wäre ja was. Ich höre sie allerdings noch nicht lange. Bisher nur ein paar Tage.
    Dann übe ich mich mal weiter im Vertrauen und höre sie weiter.

    Es grüßt vom Herzen Fee

    • Liebe Fee,

      fühl Dich erstmal lieb gedrückt. Was meinst Du denn mit „und doch reagiert mein Körper anders“?

      Ich kann jetzt nur aus meiner bisherigen Erfahrung erzählen. Vielleicht entdeckst Du etwas dabei, was ein bisschen mehr Licht in Deine Fragen bringt?

      Ich habe im Augenblick vier Geschichten, die ich regelmäßig höre. Eine davon ist die Herzöffnungsgeschichte, eine andere ist eine Schwingungsgeschichte für finanzielle Fülle. Beide arbeiten bei mir sehr offenkundig an den inneren Stellschrauben. Die Geldgeschichte erhöht spürbar das Gefühl und Bewußtsein meines eigenen Wertes, während zeitgleich das Schuldgefühl immer kleiner wird.
      Die Herzöffnungsgeschichte bewirkt eine Änderung meines Musters, das Wohlbefinden anderer für wichtiger zu halten als mein eigenes. Je wichtiger ich mir bin, desto mehr rücken die anderen auf die nachfolgenden Plätze.

      Dies alles passiert zunächst sehr subtil und fällt mir immer dann auf, wenn jemand kommt und das bisherige Muster antriggert. Dann erst entdecke ich, dass ich nicht mehr in gewohnter Weise reagieren kann. Und bin sehr froh darüber. Aber mein sich verwandelndes „Ich“ macht mich auch unsicher. Ich kenne mich so nicht, muss mich mit mir und meinem Egoismus erst vertraut machen. Das ist neu für mich und auch für mein Gegenüber.

      Ich habe in der letzten Zeit einige Entscheidungen getroffen, die für mich in der Form vorher undenkbar gewesen wären. Aber sie sind ein Zeichen meiner wachsenden Liebe zu mir. Für mein Umfeld, das mich so nicht kennt, sind sie unpopulär und mitunter kommt aus meinem familiären Umfeld nochmal der Verweis auf Schuld- und Pflichtgefühl, was mich dank der Schwingungsgeschichten jedoch nicht mehr trifft.

      Im Freundeskreis ist es noch einmal anders. In meinem Artikel schreibe ich einer langjährigen Freundin, der ich mich immer sehr verbunden fühlte. Aber es hat sich einiges zwischen uns geändert. Lange Zeit wollte ich es nicht wahr haben und habe mir ihr Verhalten schön geredet. Ein Anlass vor Kurzem hat dazu geführt, dass ich nicht mehr bereit bin, alles hinzunehmen und ihre Bedürfnisse über meine zu stellen.

      Mein Verständnis von Freundschaft ist das der Wahl, wie ich es in dem Artikel schrieb. Wenn ich jemanden als meinen Freund wähle, ist da Wertschätzung nicht selbstverständlich? Freundschaften sind keine Pflichtveranstaltungen. Wenn sie aber doch dazu werden, was ist dann schief gelaufen?

      Ich möchte als Freundin das Ergebnis einer freiwilligen Wahl sein. Wie heißt es doch gleich:
      „Deine Familie ist die Begleitung, die Dir bei der Geburt für dieses Leben mitgegeben wurde. Freunde sind die, die Du als Begleiter für dieses Leben wählst.“

      Vielleicht helfen Dir meine Gedanken dazu ein bisschen weiter? Dass sich Beziehungen durch das Anhören der Schwingungsgeschichten verändern, halte ich nach meinen bisherigen Erfahrungen für sehr wahrscheinlich. Vor allem, wenn diese Beziehungen uns bislang von uns weggeführt haben.

      Eine mitfühlende Umarmung – Marya

      • Juchhu liebe Marya,

        melde mich mal kurz, damit du und ihr wißt, dass ich hier bereits gelesen hab. War unterwegs und konnte nicht antworten.

        Danke Marya, ich kann sehr gut etwas mit deinen Gedanken anfangen. Nur weiß ich nicht, ob ich meine Gedanken auch so klar formuliert bekomme. Bin z. Z. leider mal wieder nicht so gut drauf. Wo wir denn schon zum Körperlichen kommen.

        Mein Körper reagiert heftig, wenn es zwischenmenschliche Probleme gibt. Klar ist mir mittlerweile schon, dass, wenn ich gegen meinem Empfinden handele, ich doch eigentlich mehr an die anderen denke, sie nicht enttäuschen möchte, es ihnen recht machen möchte, weil es ihnen doch gut gehen soll, es mir danach nicht gut geht. Das geht meist zwei drei Tage gut und dann streikt mein Körper so heftig, das kaum noch was geht. Das, DAS nicht mehr lange gut gehen kann, habe ich wohl endlich begriffen. Ich war bisher der Meinung, dass die anderen genauso fühlen und sehen müssten wie ich. Wie ich jetzt zweimal hintereinander feststellen musste, ist es leider nicht so. Wenn mein Körper so schlimm reagiert stimmt etwas im System nicht. Die Gefühle, nicht geliebt zu werden und nicht respektiert zu werden, die sind da immer noch in mir. Und auch wenn ich nun langsam anfange zu begreifen, einen neuen anderen Weg zu gehen, nämlich MEINEN, ich noch Angst habe das Alte loszulassen und hinter mir zu lassen. Ich weiß nicht, wie es ist zu mir zustehen, wirklich meiner inneren Stimme zu vertrauen. Vielleicht, weil ich es nicht gelernt habe und so auch meinen Weg nicht sehe.

        Bisher höre ich „nur“ die Herzensöffnungsgeschichte. Du gehst davon aus, dass sie das eigene Muster durchbrechen kann, dass eigene ICH mehr hervortritt und wir dadurch anfangen anders zu handeln. Ja, das könnte mir einiges klarer machen. Es scheint eine Umbruchphase zu sein und ich wünsche mir, dass es irgendwann nicht mehr so schmerzhaft ist.

        Mein Herz klopft ganz wild, es scheint aufgewühlt zu sein. Ist es nicht so, wenn man eine Reise tut und/ oder etwas Neues entdeckt? Freude und Angst wechseln sich ab und Neugier macht sich breit? Darin bin ich mir sicher, ein Abenteuermensch war ich schon immer. Auf das meine Neugier größer und größer wird.

        Ahoi & Liebe-volle Grüße von Fee

      • Liebe Fee,

        ich nehme Dich erstmal ganz lieb in den Arm.

        Ich kann so gut nachvollziehen, was Du beschreibst. Es scheint bei vielen Frauen Teil der Sozialisation im Elternhaus zu sein, ihnen einzutrichtern, dass immer erst die anderen wichtig sind. Egoismus ist pfui bäh. Und wer nicht erst an die anderen denkt, ist nicht liebenswert. Wie sollte ein zartes Pflänzchen wie Eigenliebe auf einem derart harten Boden gedeihen können?

        Die Grundbedürfnisse unserer Seele werden vernachlässigt und irgendwann ruft sie den Körper zu Hilfe:
        „Sprich du mir ihr“, sagte die Seele zum Körper. „Auf mich hört sie ja nicht.“

        Ich kann Dir nur von meinen Erfahrungen mit den Schwingungsgeschichten berichten. Die Herzöffnungsgeschichte höre ich jetzt seit 2 1/2 Monaten täglich mindestens einmal und seither mache ich eine wirklich tiefe Transformation durch. Muster kommen an die Oberfläche, ticken mich an und ändern sich in kürzester Zeit. Muster, vor denen ich bereits resigniert und die Hoffnung aufgegeben hatte, dass ich nochmal etwas finde, das diese auflöst. Am Anfang war es für mich noch eine Herausforderung, mich jetzt an die erste Stelle zu setzen. Aber mit der Zeit des Hörens wurde es immer leichter, passiert jetzt ganz natürlich und ohne schlaflose Nächte auf meiner Seite. Aber genau wie Dir ist dieses Terrain für mich neu und fremd. Ich kenne mich so nicht und andere mich auch nicht. Ich bin Expertin in Sachen Verständnis und Zurückstecken, jetzt entdecke ich gerade das Königreich „Ich“ und muss mich dort erst noch zurecht finden.

        Aber genau da fühlt es sich soooo gut an, auch wenn mir das Land noch fremd ist ♥. Vielleicht macht Dir das ein bisschen Mut, den Weg weiterzugehen und zu schauen, wohin Dich die Herzöffnungsgeschichte bringt?

        Ich drück Dich – Marya

  2. Ihr Lieben,

    wie gut ich das kenne!!! … und im letzten Jahr erleben durfte. Es ist nicht leicht aber man muss es akzeptieren.

    Heißt es nicht sogar, in dieser Umbruchzeit trennt sich, was nicht mehr zusammen passt?!
    Ja, ich glaube so ist es wirklich und finde es auch logisch.
    Die Energien verändern sich und demnach zieht man auch anderes an. Gleichzeitig stößt man ab, was Frequenzmäßig nicht mehr passt.
    So will es das Gesetz!

    Gerade in den letzten Tagen denke ich viel über einen lieben Menschen nach, der mir viel bedeutet. Leider ist es auch hier so, dass ich das Gefühl habe, unser Verhältnis sei zu einseitig geworden. Wenn ich mich nicht melde, kommt NICHTS.

    Ok, ich sehe es nicht so eng und es macht mir auch nichts aus, diejenige zu sein, die sich meldet – aaaaber, es kann ja auch sein, dass diese Person gar kein Interesse mehr an mir hat … sich aus diesem Grund nicht mehr bei mir meldet … ich vielleicht sogar nerve?!

    Also habe ich beschlossen, mich zurückzuhalten und einfach mal abzuwarten.

    Die Zeit wird es bringen. 🙂

    Alles Liebe Euch, Sylphe

  3. Hallo ihr Lieben…
    Sylphe das kenn ich auch.Menschen die ich gern mag reagieren auf mal „anders“..und mir fällt auf, je mehr jemand körperlich „leidet“ je mehr bekommt der oder diejenige Zuspruch.Komisch denk ich, ich betrachte mich doch ganzheitlich..und nicht nur symptomatisch.Nun meine eigene Situation ist halt nicht so heftig als wenn ich mit Krücken daherkomme…wobei mir meine seelischen echt langen…ich hab einige wenige sehr sehr liebe Freundinnen….und die ticken wie ich…..die hab ich nun länger nicht gesehen, nur für mich ist da eine Verbindung und die verstehen mich.Und zwar wirklich.
    Wahrscheinlich hat alles seinen Zeitpunkt und es bleibt „über“ was über bleiben soll..
    Ich pfleg meine Freundschaften…ich rufe zwar nicht oft an…ABER ich schreibe..oder antworte.Das ist mein ganz persönlicher Respekt vor meinen Lieben und ich nehm das was geschrieben wird ernst..
    Ich mag Menschen die mich ernstnehmen, auch wenn ich xMal über meine Herausforderung schreibe.Oder was mich beschäftigt wieder und wieder.

    Marya du schreibst „Die Herzöffnungsgeschichte bewirkt eine Änderung meines Musters, das Wohlbefinden anderer für wichtiger zu halten als mein eigenes. Je wichtiger ich mir bin, desto mehr rücken die anderen auf die nachfolgenden Plätze.“

    GENAU darüber hab ich in meinem Tagebuch geschrieben.Das fiel mir auch auf an mir, rückwirkend betrachtet all die Jahre.Wo bin ich abgeblieben..??Und was rede ich mir schön und was wird von anderen schön geredet.

    Liebste Fee, ich höre die Herzöffnungsgeschichte oft nebenbei am PC..so laut das ichs grad noch hören kann…es berieselt mich quasi.Und ich glaube zu merken das die wirklich am Herzen ruckelt…

    ganz viele liebe Herzensgrüsse an Euch!!

    • Liebe Kristina, liebe Sylphe,

      offensichtlich bewegt dieses Thema gerade nicht nur mich.

      Ich wollte eine kurze Antwort zu Sylphe schreiben, aber kurz kann ich irgendwie nicht :mrgreen:
      Es ist nun ein eigenständiger Artikel geworden, der gleich im Anschluss folgt.

      Liebe Fee, liebe Sylphe und liebe Kristina,

      ich danke Euch für Eure nachdenkenswerten Beiträge ♥ !

  4. Ich kann meist auch nicht „kurz“ wenn ich in Fahrt bin;))))))))Oh der Dank geht zurück, sind es doch wertvolle Hinweise die von dir kommen liebe Marya..und welche die ich auf Anhieb verstehe;))

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