Nein, diese Kröte küss ich nicht!!

 

Das Geschenkpaket „Selbstannahme“ liegt auf dem Tisch und ich habe Angst, hinein zu schauen.

Ja, ich weiß, ich habe es bestellt und ich will es ja auch haben. Aber Angst vor dem, was mich erwartet, wenn ich es auspacke, habe ich trotzdem. Erkenntnis in the box. Erschreckst du dich noch oder lebst du sie schon?

Vorsichtig öffne ich den Karton und ganz oben liegt mein derzeitiger Lieblingsaspekt – mein Körper.

‚Ok, und was mache ich jetzt damit? Ich habe mit dem 2-Pointing alles abgegrast, was mir einfiel. Da gibt es nichts mehr zu pointen. Aber jetzt weiß ich auch nicht weiter.‘

 

Ich ziehe mich zurück in die Stille, um in einer Meditation meine innere Stimme um Hilfe zu bitten.

Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, alles zu mischen? Ein bisschen Selbstannahme und ein bisschen Diät? Denn irgendwas muss passieren, am besten gestern schon. So geht das nicht weiter mit der Gewichtszunahme. Und ich merke, wie unentspannt ich mittlerweile bei diesem Thema bin.

In der Meditation werde ich eingehüllt in eine warme Decke aus Liebe. Dieses Gefühl ist so unbeschreiblich schön, dass ich ewig so sitzen möchte. Ich höre das Lächeln in der Stimme meines großen ICHs, als es sagt: „Geliebtes Kind, wir freuen uns auf den Tag, an dem du dieses Gefühl für dich selbst entwickelst.“ Ich habe Tränen in den Augen und spüre die Sehnsucht, genau dorthin zu kommen.

Natürlich frage ich meine innere Stimme, was ich jetzt tun kann. Ist es möglich, mit ein bisschen Diät und nur einem kleinen bisschen Sport den Prozess zu unterstützen? Und meine innere Stimme antwortet schmunzelnd, aber kategorisch: NEIN! Ich könne gerne versuchen, jetzt wieder gegen meinen Körper zu arbeiten mit einem bisschen hiervon und einer Prise davon. Aber dieses Mal würde nichts Wirkung zeigen. Es sei mir natürlich frei gestellt, es dennoch zu probieren. Aber ich könne mir den Frust auch ersparen und den direkten Weg zur Heilung nehmen.

Alles in mir seufzt auf. Schiet aber auch, das klingt nicht nach schneller Lösung. Meine innere Stimme macht mir Mut und bittet mich Vertrauen zu haben. Gerade mein Körper trage ganz viele meiner Projektionen. Erst wenn ich bereit sei, sie zurückzunehmen, könne Heilung geschehen.

Nun gut. Nützt ja wohl alles nichts. Dann muss ich diese Kröte wohl schlucken, auch wenn ich den Widerstand in mir deutlich spüre. „Du musst die Kröte nicht schlucken, geliebtes Kind, küssen reicht völlig aus,“ schmunzelt meine innere Stimme. Wie schön, dass wenigstens meine geistigen Helfer Spaß haben ;-).

 

Ich überlege, wie ich mich dem Thema nun nähern kann. Ich habe definitiv ein Problem mit meinem derzeitigen Gewicht und meinem Aussehen. Wegpointen geht nicht. Das habe ich schon probiert. Und ich soll ja auch nicht die Absicht haben, es loszuwerden. Die hab ich aber. Was mache ich denn nun???

Ich stehe vor dem Spiegel und schaue mich an. Schaue mir tief in die Augen und probiere es mit „Ich liebe mich so wie ich bin.“ Horche in mich rein, ob was passiert. Nichts. Also nochmal – getreu dem Motto: Stetes Mantra höhlt alten Glaubenssatz.

ICH LIEBE MICH SO WIE ICH BIN!“ Nach einer Weile halte ich inne. Das ist Selbstbeschiss vom Feinsten. Ich probiere eine Abwandlung von Robert Betz: „Alles an mir darf jetzt da sein.“

Ja, mein Verstand sagt: „So ist es richtig. Das ist logisch. So ist der Weg.“

Aber ich fühle es nicht!!!

 

Und so stehe ich vorm Spiegel und schaue an, was ich sehe. Lasse all die maskierenden Affirmationen weg und alle Schönrederei. Meine Stirn umwölkt sich, eine tiefe Falte sucht sich einen Weg zwischen den Augenbrauen. Meine Augen füllen sich mit Tränen.

Nein, ich mag nicht, was ich da sehe! Ich schäme mich für das, was ich da sehe. Ich schäme mich für mich. Das ist meine Wahrheit!! Die Tränen laufen über meine Wangen und ich halte aus, was ich im Spiegel sehe. Halte aus, was ich fühle. Halte sie aus – all die Abwehr in mir, die jetzt hochgespült wird.

Meine linke Hand legt sich auf meinen Bauch. Ich schaue in den Spiegel, soweit mir das mit all den Tränen in meinen Augen noch möglich ist.

„Ja, all das ist meins. Ich bin jetzt bereit, Frieden mit mir zu schließen. Ich bin jetzt bereit, anzuerkennen, dass es meine Projektionen sind, die mein Körper für mich trägt.“

Ich muss tief seufzen und die Tränen fließen mittlerweile ungehemmt.

„Und ich bin jetzt bereit, meine Projektionen zu mir zurückzunehmen. Darum bitte ich jetzt darum, all meine Anteile zu mir zurückzuführen – in mein Herz. Sie dort zu integrieren und mich ein Stückchen heiler werden zu lassen.“

Meine rechte Hand sucht den zweiten Lösungspunkt und bewegt sich dabei auf mein Herzzentrum zu. Die körperliche Welle wird kurz vor der Berührung ausgelöst und ich schwanke nach hinten. Meine rechte Hand erreicht das Herzzentrum und ich muss tief seufzen. Es fühlt sich an, als würde jemand meine Mundwinkel nach oben ziehen, während sich gleichzeitig in meinem Bauch ein Gefühl breit macht, als hätte ich eine Überdosis Brausepulver verspeist. Es gluckert, kribbelt, prickelt und steigt nach oben. Wird immer größer und entlädt sich in ein wunderbares Glücksgefühl. Dieses Gefühl ist so intensiv und wunderschön, dass ich wieder weinen muss. Aber diese Tränen sind anders. Es fühlt sich an, als würde ich etwas lange schmerzlich Vermisstes endlich wieder in die Arme schließen.

Ich öffne die Augen und schaue mein Spiegelbild an. Was für ein kurioses Bild. Das Gesicht nass vor Tränen und ich strahle wie ein Honigkuchenpferd. Und komisch – irgendwie sehe ich viel hübscher aus als eben. Kann das denn sein? Doch, irgendwas ist anders. Ich sehe es. Ich sehe mich. Eigentlich gar nicht so schlecht. Eigentlich sogar ziemlich süß, was mich da im Spiegel anlacht.

„Schau mir in die Augen, Kleines. Das könnt noch was werden mit uns beiden!“ 😉

 

Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben. Die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.

(Quelle: unbekannt)

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5 Kommentare zu “Nein, diese Kröte küss ich nicht!!

  1. Oh mensch wie herrlich….anstelle Brausepulver nehme ich liebe Prickel Pit.
    Das Aushalten find ich grossartig…da üb ich noch dran….als die Prinzessin den Frosch an die Wand warf wurd ja ein Prinz daraus…

  2. oh oh, ich kenne das Thema Gewicht auch sehr gut 😦 … und, ich nehem beides … Brause und Prickel Pit!! :))

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