Die wundersame Zähmung des Feierbiestes oder wie ich die emotionale „Welle“ entdeckte

 

Eigentlich, eigentlich, eigentlich… wollte ich über etwas ganz anderes schreiben. Wollte von dem wundersamen Weg der eigenen Heilung schreiben, auf den ich hier geschickt werde. Wollte darüber schreiben, wie sich die dafür wichtigen Themen vor mir entfalten wie Blütenblätter, ohne dass ich daran rumhirnen muss. Aber heute geht es erstmal um meine Entdeckung der „emotionalen Welle“.

Die Artikel zu den anderen Themen, die mir noch im Kopf herum schwirren, folgen in Kürze nach. Nun aber zu der Geschichte mit dem Feierbiest ;-).

 

Vor nun mehr elf Tagen an einem Samstag entdeckte ich morgens um 10 Uhr, wie mein unter mir wohnender Nachbar draußen im Garten unseres Mietshauses alles für eine offensichtlich geplante Feier vorbereitete. Tische wurden rausgebracht sowie lange Holzbänke und Gartenstühle, was darauf schließen ließ, dass mehr als 3 Leute erwartet wurden. Dann kam ein Mann mit Zapfanlage und einem Bierfass von einer Größe, die definitiv mehr als 10 Menschen glücklich machen konnte.

Von wegen „kein Bier vor vier“! „O’zapft is“ um 10.30 Uhr und die erste Lage Pils wurde einem Qualitätstest unterzogen. Wie sich dann herausstellte, spielte an diesem Samstag der frisch gekürte deutsche Fußballmeister gegen einen Nachbarverein im sogenannten „Revierderby“ und mein Nachbar hatte zu einer Art Fußballfan-Ökumene eingeladen. Und so saßen Fans beider Mannschaften einträchtig zunächst draußen beisammen und schauten sich das Spiel auf einem Pay-TV-Sender an. Leider hatte der Wettergott andere Pläne und schickte Regen. Damit wurde die Party samt Bierfass in der Wohnung unter mir fortgesetzt. Es war feucht, es war fröhlich und es wurde immer lauter. Nun sind die Wohnungen hier generell sehr hellhörig und mein Nachbar könnte mit seiner Anlage bequem den Gemeindesaal hier vor Ort beschallen. Denn nachdem das Fußballspiel beendet war, die BVB-Fans den Sieg feierten und die Schalke-Anhänger sich die Niederlage schön tranken, wurde unter mir der Karaokewettbewerb eröffnet.

Oh Gott, damit kannte ich mich aus. Hin und wieder bricht bei meinem Nachbarn das Feierbiest durch und dann gibt es bis spät in die Nacht kein Halten mehr. Der Boden vibriert, die Scheiben klirren und DJ Ötzis Stern, der meinen Namen trägt, hat bereits ein Brandzeichen auf meinem Trommelfell hinterlassen. Bevor mir dieses Mal Hammer, Amboss und Steigbügel die Kündigung schicken konnten, um auf Taubheit umzusatteln, schnappte ich mir meine Ohropax und setzte mich an meinen PC. Die Musik unter mir und vor allem die Bässe waren derart laut, dass ich nichts machen konnte – weder fernsehen noch Musik hören noch am PC arbeiten. Durchdringend tobte Heinos schwarze Barbara durch meine Wohnung und ich bekam Puls und BLUTDRUCK und HALS!!!

Ich setzte ein 2-Pointing und die Musik unter mir wurde noch einen Schlag lauter. Na toll, hat ja super geklappt. Ich überlegte, runter zu gehen und darum zu bitten, die Musik etwas leiser zu stellen. Aber die Erfahrung als Frau mit einer Horde trunkener Männer zu diskutieren hatte ich schon mal gemacht und war nicht sonderlich scharf drauf. Unten tobte das Leben und in mir das Adrenalin.

Ich beschloss, in mein Zimmer zu gehen, das nicht direkt über dem Feierzentrum liegt und konzentrierte mich auf meine Atmung. Dachte die Silbe „Hong“ beim Einatmen und „Soh“ beim Ausatmen. Immer und immer wieder. Die Hong-Soh-Atmung hatte mir schon oft geholfen, in Stresssituationen wieder zur Ruhe zu kommen. Eine halbe Stunde verging, eine Stunde. Mittlerweile hatte ich Kopfschmerzen von den dröhnenden Bässen.

Dann tauchte in mir ein Impuls auf, den ich einfach, ohne groß darüber nachzudenken, umsetzte. Wenn alles mit mir verbunden und die Welt mein Spiegel ist, dann war das mein Werk. Ich schloss die Augen, ging sehr bewusst in mein Herzzentrum, setzte den ersten Punkt und dachte:

„Ich erkenne an, dass all dies meins ist. Ich bin jetzt bereit, diese Anteile wieder zu mir zurückzunehmen. Ich bitte, diese Teile zurückzuführen in mein Herz, sie wieder zu integrieren und zu heilen.“

Vor meinem geistigen Auge sah ich so etwas wie ein Yin-Yang-Symbol, bei dem die schwarze Hälfte fehlte. Dann suchte ich den zweiten Punkt, fand ihn, erlebte die körperliche Welle und kurz drauf, während meine zweite Hand weiter Richtung Herz wanderte, schossen mir unvermittelt Tränen in die Augen. Ich musste lächeln und ein wunderbar warmes, weiches Glücksgefühl machte sich in mir breit. Unter mir hatten ZZ TOP das Mikro von der schwarzen Barbara übernommen und ich saß in meinem Zimmer mit tränenfeuchtem Blick und lächelte glückselig meine Tapete an. Plötzlich war mir der Krach egal. Ich fand es witzig, dass sich Fußballfans zweier rivalisierender Vereine zum gemeinsamen Umtrunk zusammenfanden. In mir waren Ruhe, Gelassenheit, tiefer Frieden und ein Glücksgefühl, als hätte ich etwas wiedergefunden, was lange verloren war.

Ich weiß nicht, wie lange ich meine Wand angehimmelt habe, als hätte ich eine Überdosis Glückskekse vernascht. Das Zeitgefühl ist mir an dem Abend gänzlich verloren gegangen und es war mir auch egal ;-). Ich hätte noch ewig in diesem Gefühl schwelgen können, aber dann bekam ich Lust mitzufeiern. Ich stand auf, ging in die Küche, um zu schauen, ob ich noch Rotwein im Haus hatte und nahm die Ohropax aus meinen Ohren. Und… Stille unter mir. Die Musik war leise zu erahnen und hin und wieder hörte ich noch ein etwas lauteres Lachen. Na sowas! Nun, wo mir Stille und Party gleich gültig waren und ich meinen Frieden mit der Situation gemacht hatte, hörte der Krach auf und Ruhe kehrte ein?

Ja, ich kenne all die Konzepte von Akzeptanz und Annehmen, was ist. Aber wie umsetzen, wenn man auf 180 ist? Und dieses besondere 2-Pointing brachte jetzt die Lösung?? 🙂

Ich habe in der Zwischenzeit einige Versuche mit dieser Form des 2-Pointings gemacht und es für mich schon 2-Point-Crying getauft, weil ich sehr oft Tränen der Freude in den Augen habe, überwältigt bin und grinse wie ein Honigkuchenpferd. Ja, alles gleichzeitig. Die emotionale Welle ist so anders als alles, was ich bislang mit dem 2-Pointing erfahren habe und sie wirkt…

Wie sie wirkt und was sie mit Scheinfelds Buch „Raus aus dem Geldspiel“ zu tun haben könnte, berichte ich in einem meiner nächsten Artikel.

P.S. Die Party unter mir löste sich übrigens getreu dem Motto „rolling home“ innerhalb von 15 Minuten auf, da sich alle Gäste verabschiedeten und mein Kopfschmerz nach einem weiteren „2-Point-Crying“ ebenso ;-).

Advertisements

2 Kommentare zu “Die wundersame Zähmung des Feierbiestes oder wie ich die emotionale „Welle“ entdeckte

  1. Liebe Marya,

    das klingt nach einer seeehr interessanten Variante des 2-Pointings. 🙂
    Auch das mit dem Yin Yang Symbolen gefällt mir ausgesprochen gut!

    Es erinnert mich sowohl an Dr. Len und Ho Oponopono als auch an Logosynthese – nur kombiniert mit „matrix-quanten-zaubern“ 😉

    Da kann ich mir gut vorstellen, dass es noch effektiver ist. Und Deine Bezeichnung dafür gefällt mir. 2-Point-Crying.
    Sollte Dir vorschweben, darin irgendwann Seminare anzubieten, dann würde ich den Namen allerdings noch mal überdenken. 😉

    Liebe Grüße
    Michaela

    • Liebe Michaela,

      ja, ich bin ja schon länger der Meinung, dass Ho’oponopono ein wunderbarer Weg ist. Das Problem, was ich bislang damit hatte, war, dass ich es zwar intellektuell greifen konnte, aber nicht wirklich auf der Gefühlsebene. Das sorgte dann bei Ho’oponopono leider dafür, dass ich die Sätze wie ein Mantra runtergebetet habe.

      Ich finde auch viele Ähnlichkeiten bei Robert Scheinfeld. Seine Ideen aus dem Buch „Raus aus dem Geldspiel“ habe ich in jeder Hinsicht nachvollziehen können, aber sein Ansatz war mir zu „technisch“ und die Welle, die mir anzeigt, dass ich Energie zurückgeholt habe, konnte ich nicht fühlen. Aber zu Scheinfeld komme ich in Kürze noch und ebenso zu meinen bisherigen Erfahrungen mit der „emotionalen Welle“.

      Wie, „2-Point-Crying“ ist nicht geeignet als Name für mögliche Seminare? 😉 Ok, dann für das deutsche Publikum: „Zwei-Punkt-Weinen“ :mrgreen:.

      Vergnügte Grüße und einen sonnigen Start in den Wonnemonat Mai – Marya

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s